Hans Wurst und die Schipperhöge

„Immer lustig“ ruft Hans Wurst. Und mit einem lauten „Hurra“ antworten ihm die Kinder. Hans Wurst – diesen Namen hat ihm der Volksmund gegeben. Eigentlich ist er die „Lustige Person“, die seit Jahrhunderten jedes Jahr im Januar durch die Straßen der über 800 Jahre alten Schifferstadt Lauenburg an der Elbe zieht – immer dann, wenn die Lauenburger Schifferbrüderschaft zur traditionellen „Schipperhöge“ lädt.

 

Die Tradition der Schifferbrüderschaft reicht bis ins Jahr 1635 zurück. Ihr Zweck besteht seit ihrer Gründung darin, für die Bestattung verstorbener Mitglieder und deren Ehefrauen aufzukommen – eine notwendige Einrichtung in Zeiten von Pest und Not. Bis heute besteht diese Verpflichtung. Und bis heute ist die „Schipperhöge“ die jährliche Zusammenkunft der Lauenburger Schifferbrüder.

 

Zwei Tage lang wird gefeiert. Und an beiden Tagen führt die „Lustige Person“ Umzüge durch die malerische Schifferstadt mit ihren historischen Fachwerkhäusern an. Immer schon waren es die Kinder, früher besonders die Armen, die im Mittelpunkt dieser Umzüge standen. Umgeben von einer Gruppe Clowns geht die „Lustige Person“ von Tür zu Tür, überbringt den Schifferbrüdern die Neujahrsgrüße und beschert den Kindern einen süßen Bonbon-Regen.

 

Über diese Tradition und über das Leben an und mit der Elbe, über die Elbeschifffahrt und die Menschen, die ihr Leben am und auf dem großen Strom verbrachten, berichtet das Lauenburger Elbschifffahrtsmuseum. Eine moderne interaktive Ausstellung versetzt die Besucher in längst vergangene Zeiten. Und natürlich begegnet man auch der „Lustigen Person“ und der Tradition der „Schipperhöge“.

 

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